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PC-Technik Teil 2



Das wachsende PC-System

Erstmal vorweg, die folgenden Erläuterungen hier sind für User die schon mal ein wenig mit Linux gearbeitet haben. Da ich hier nur grundlegend umreissen werde welche Überlegungen und welche Vorgehensweise zu einer Lösung geführt haben. Wer mehr Details will sollte sich mal mit Google beschäftigen, es gibt hunderte von Anleitungen da möchte ich mich hier nicht wiederholen. Wer aber noch Fragen hat, kann sich gerne bei mir melden.

Im laufe der Zeit hat bei uns jeder in der Familie seinen eigenen PC bekommen. Die Anzahl der PC wächst und man muß sich Gedanken machen:
- wie bekomme ich alle PC in das Internet
- wie halte ich Daten und System aktuell und sicher.
- Wie organisiere ich Backups.

Den nicht jedes Familienmitglied macht sich da so seine Gedanken ;-) sondern kommt immer erst hinterher: "uups meine Festplatte ist gestorben - wo ist das Backup ?"

Ich glaube das heute von jedem Internetprovider als Starter-Paket ein Router dazu gegeben wird. Somit erspare ich tiefgreifende Erläuterungen dazu. Und gehe mal davon aus, daß Grundlegendes bereits zum Allgemeinwissen gehört. So sollte das verteilen von Internet und Daten vom Prinzip her schon bekannt sein.

Aber jetzt kommt das Problem wohin mit den eigenen Daten ?
Die Profis benutzen dazu einen Server, damit können Daten aller Art verteilt oder gesammelt werden. Die Idee ist gut und ist auch leichter gemacht als gedacht.

Ein Server oder ein NAS

Am Anfang stand die Suche nach einer einfachen Lösung für unsere vielen Daten (Musik,Fotos,Filme u.ä.). Da selbst unsere lieben "Kleinen" im laufe der Zeit eine beachtliche Menge an Daten sammelten brauchte ich eine Lösung die einfach und praktikabel ist. Als erstes habe ich den Fachhandel konsultiert und mir ein NAS schönreden lassen. Die technischen Daten lasen sich ganz gut und nett ausgesehen hat die kleine Kiste auch.

Die Idee dahinter ist das eine Festplatte über ein Netzwerkanschluss für alle im Netz verfügbar gemacht wird. Kurz: den Kasten einfach in den Router stecken, Verzeichnisse einrichten und FERTIG (die Idee gefiel mir gut) - also gekauft.
Die Ernüchterung folgte schnell, Transferraten von nur 3-4 MB/sec waren nicht berauschend (Stand 2008). Auch hängte sich de Kiste ohne ersichtlichen Grund auf wenn mal etwas mehr als nur ein paar MB zu laden waren. Ganz zu schweigen von GB. Und Fehlermeldungen ? - ha, das wär mal was... Das Ding war entweder langsam oder tot. Ich habe mir viel Mühe mit dem Teil gemacht, es sogar auseinander gebaut, Platte gewechselt, Firmware gewechselt - aber nichts half wirklich.

Also was neues musste her. Die Idee des Familien-Server war geboren.
Nun wird der eine oder andere vielleicht denken das ist nur was für Profis ! Da will ich gar nicht widersprechen, aber unser "Server" ist so einfach, das dieser Fall die berühmte Ausnahme ist. Kurz umschrieben, unser Server dient nur als Datengrab und kümmert sich um das Backup. In Fachhandel gibt es dafür zwar auch fertige Geräte, aber selbst gebaut ist billiger, es macht mehr Spass und ist leistungsfähiger. (Tranferrate ca. 20-25 MB/sec)

Da wir mittlerer weile bei uns zu Haus alle Linux als Betriebssystem benutzen ist es sogar noch einfacher als ich dachte. Das Prinzip lässt sich aber auch unter Gemischten Systemen, reinen Windows- oder Mac- Umgebungen nutzen.

Grundlegendes

Als erstes muss einiges geklärt sein:
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F: für welche Betriebssystem(e) ?
A: bei uns war das am Anfang noch gemischt Win + Linux, jetzt nur noch Linux

F: für wieviele PC ist das System ?
A: Anzahl ist wohl überschaubar, Leistung hängt nur von der Hardware ab.

F: soll der Server vom Internet aus erreichbar sein ?
A: unser NEIN, wenn doch dann sollten noch andere Sicherheitseinstellungen beachtet werden.

Wichtig ist natürlich, das dann ALLE eigenen Dateien nur auf dem Server abgelegt werden ! Daran kann man sich aber schnell gewöhnen, da ja beim Start des Rechners der Server sofort eingebunden wird und sich wie ein "normales" Laufwerk verhält.

Server Hardware

Ich hatte aus vergangenen Tagen noch einen alten Bürorechner im Keller, ein Celeron 2,1 GHz mit 512 MB RAM und einer 80 GB IDE Platte. (mal für n'en 20er geschossen). Der staubte da so vor sich hin. Weil mit OnBoard-Grafik in einem mini ATX-Gehäuse konnte auch nicht so einfach etwas erweitert werden, ohne nicht alles in ein normalen ATX-Gehäuse umzubauen. Den wer will schon für einen so alten PC noch Geld ausgeben. Ersatz für alte Hardware ist ja teurer als die für neue PCs. Das schöne an diesem kleinen PC ist aber, das er nur EINEN kleinen Lüfter hat und nicht viel Strom verbraucht.

Also Versuch macht kluch... - Antwort vorweg : Alles läuft GUT !

Variante 1: SME-Server

Als fertige Server habe ich mal den SME-Server ausprobiert. Der ist für eine Windows Umgebung einfach super. Lest aber vorher das Handbuch !
Er hat eine deutsche Einrichtungs-Oberfläche im Browser, die läuft auf einem Client-PC im Browser. Er hat auch ein sehr übersichtliches Menue.
Installation: Einfach CD einlegen, booten ...in 20 min ist alles fertig installiert, dann muss er konfiguriert werden.
Er bringt aber viel mehr mit, als ich brauchte. Ich hatte sogar den Mailserver in Betrieb, der hat mir gut gefallen, ist aber bei mir heute nicht mehr nötig. Ich habe ihn sehr lange getestet und er lief immer super. Es gibt auch viele Erweiterungen die sind aber extra zu installieren. Dazu mehr im Handbuch.

Variante2: Ubuntu-Server 10.04

Erstmal die Server-CD von Ubuntu herunter geladen und nur Standard installiert - getestet und für genau richtig befunden. Alles wieder gelöscht und für meine Bedürfnisse angepasste Installation durchgeführt. Eine genau Beschreibung gibt es im Netz oder bei Ubuntuusers.

Kurzform: die Server-CD eingelegt, gebootet und eine normale Installation OHNE Auswahl von irgendwelchen Paketen (Server-Diensten) gemacht. Das ging relativ flott, mit Updates war das in ca. 30 min. erledigt. Danach die jeweiligen Dienste mit apt-get installiert.

Das sind : OpenSSH-Server
Damit man nur Strom und Netzwerk braucht und keine Tastatur bzw. kein Monitor an dem Server , installiert man zuerst den Open-SSH Server. Das ist in meinem Fall auch deshalb sinnvoll, weil der Server im Keller steht, da sitzt man ungern vor dem PC ;-)  somit kann ich den Server von einem Client-PC fernsteuern.

Wer auf der Konsole arbeitet, wird den Midnight Commander schätzen lernen. Ich installiere ihn immer gleich zuerst mit "sudo apt-get install mc". Wer noch den Norten Commander kennt wird sich gleich zu hause fühlen. Nötig ist das nicht - aber hilfreich.  :-)
Dieses kleine Programm hilft auch Anfängern sich schnell auf der Konsole zurecht zu finden.

Jetzt kommen die benötigten Programme (Pakete) zum Daten austauschen. An dieser Stelle komme ich auf die Frage der Betriebssysteme zurück.
- Bei nur Linux reicht NFS-Server.
- Hat man nur / auch Windows PC im Netz braucht man nur / auch SAMBA.

So jetzt ist eigentlich der erste große Schritt fertig. Der Server läuft und wir können uns ans einrichten dieser Dienste machen. Dazu gibt es wieder gute Anleitungen bei Ubuntuusers. Ich habe für die ganze Sache nur eine Stunde gebraucht und das "Serverchen" läuft. Wer möchte kann da noch andere Dienste installieren, je nach dem was noch benötigt wird.

Mein Backup sieht so aus, daß Nachts immer die Originale auf eine USB-Platte kopiert werden (Backup). Das erledige ich über einen CronJob. Der Ablauf ist folgender maßen USB-Platte mounten, Daten Backup machen und die USB-Platte wieder aushängen. Diese Konstellation läuft super, Wenn man über die Servermeldungen / Updates u.s.w. per Mail informiert werden möchte braucht man noch Postfix und apticron.

Das schöne an Ubuntu ist das alles was installiert wird, erst mal eine Grundkonfiguration hat und lauffähig ist. Man braucht dann nur noch die Konfiguration seinen eigenen Bedüfnissen anpassen.

Auf das eine möchte ich noch hinweisen, Linux hat sehr restriktive Benutzer-Rechte. Das hilft aber auch ein hohes Mass Sicherheit zu schaffen. Es ist hilfreich einen Dummy als ersten User anzulegen der die Installation durchführt. Die eigendlichen Benutzer legt man dan nachträglich über die Konsole an. Somit kann man jedem User die gleiche User-ID auf allen PCs verpassen und die Rechte auf dem Server begrenzen.

Wer das erst mal üben möchte, kann das auch in einer Virtuellen Maschiene machen. Da ist es dann einfacher einen Fehler zu korrigieren.

Ein solcher Server läuft bei mir seit Jahren ohne nenneswerte Probleme. Ich habe die Festplatten für die Daten und das Backup über USB angeschlossen. Das macht ein vergrößern der Festplatten bzw. austauschen bei einem Defekt sehr einfach. Sollte mal die Systemfestplatte die Arbeit einstellen, werde ich mal eine Solid State Drive einbauen. Dann ist das System noch sparsamer. Wenn es soweit ist berichte ich davon.

Ich habe mit dem Forum von Ubuntuusers sehr gute Erfahrungen gemacht, und bedanke mich auch hier noch mal für die vielen guten Anleitungen. Einige habe ich hier gleich verlinkt, andere findet ihr dort über die Suchfunktion.

Viel Spass beim nachbauen...

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und Tschüss